Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel

Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel

Autorin: Herta Müller

Sprecherin: Herta Müller

Bestenliste der deutschen Schallplattenkritik  4. Quartal 2013

Was es heißt, unter den Bedrohungen der Ceausescu-Diktatur und ihrer entsetzlichen, bis heute nachwirkenden »Securitate« zu leben und zu schreiben, das vermittelt Herta Müller nachdrücklich in den hier ausgewählten Reden und Aufsätzen.

Sie reichen von der Klagenfurter Rede zur Literatur aus dem Jahr 2004 bis zur Stockholmer Vorlesung anlässlich des Literatur-Nobelpreises im Jahr 2009.

Jurybegründung:

 Man muss Herta Müller als Rezitatorin ihrer eignen Texte erlebt haben. Ihre Stimme vermittelt zugleich Nähe und Distanz zu den einfachen, klangvollen, wohlgesetzten Worten, mit denen sie von ihrem früheren Leben erzählt, in einem Rumänien unter staatlicher Kontrolle.

Wunderbar das rollende R, die fragenden Satzschlüsse, der leicht schleppende Rhythmus und die scheue, trotz ihrer Reife fast mädchenhafte Stimme, wenn sie etwa vom Lagerleben ihres Freundes Oskar Pastior erzählt oder die Erkenntnis des Großvaters angesichts von Hitler, Stalin, Ceausescu wiedergibt: „Wenn die Fahnen flattern, rutscht der Verstand in die Trompete.“

Herta Müller hat ihren wachen Verstand über allen Erlebnissen bewahrt – das beweist diese Edition mit Reden und Texten der letzten Jahre, darunter die Ansprachen zur Nobelpreisverleihung 2009. (Für die Jury: Michael Struck-Schloen)

Hörbuch Hamburg, 2013, Autorenlesung, 4 CDs, 220 min

Dieses Hörbuch können Sie bei hoerjuwel bestellen.